Endlich, endlich, endlich geht es los!
Wir hatten ja eine kleine Zwangspause eingelegt, da wir einen längeren Urlaub geplant haben und uns war von Anfang an klar, dass wir in jeder Sekunde der Einfahrphase dabei sein wollen. Somit haben wir mit Wasser, Salz, Lebensgestein sowie Flora und Fauna gewartet. Zwischendurch haben wir uns schon auch das eine oder andere Mal gefragt, ob wir das wirklich wollen. Irgendwie nimmt (anfängliche) Begeisterung ab, wenn man nicht vorwärts kommt. Aber sagen wir lieber, dass die Begeisterung nur geschlafen hat und jetzt wieder voll da ist. Denn: wir waren im Urlaub und haben uns unsere zukünftigen Mitbewohner in der Natur angeschaut. Haben uns für unseren Riffaufbau inspirieren lassen. Haben Fachliteratur gewälzt. Aquariumsbesatz diskutiert und Pläne geschmiedet. Während unseres Urlaubs waren wir häufig schnorcheln und jedes Mal haben wir uns begeistert gefragt, ob dieser oder jener kleine Fisch, wohl für unser Aquarium geeignet wäre. Wir haben die vielen toten Korallen betrauert und uns an den lebenden erfreut. Manchmal hat auch ein kleiner Fisch an uns geknabbert. Und wir haben einen hübschen Riffhai aus der Nähe gesehen. Selten haben wir uns so sehr auf zuhause gefreut.
Ein kleiner Heizstab bringt das Wasser auf Temperatur. Mindestens 21 °C muss das Wasser haben, damit sich das Salz löst. Kaum ist die Temperatur da, schütten wir Salz rein. 34 g pro Liter. Die Literzahl haben wir anhand von Pegel, Länge und Breite errechnet. Ob wir richtig gerechnet haben und ob wir überhaupt alles richtig gemacht haben, überprüfen wir mit dem Refraktometer, der ja die Salinität des Wasser misst. Wir müssen ein bisschen nachjustieren, aber der Bereich ist schonmal richtig gut.
Dann ist es endlich so weit: Das Lebendgestein kann kommen. Im Zooladen unseres Vertrauens wühlen wir uns mit hochgekrempelten Ärmeln durch die frisch gelieferten Steine aus Indonesien (aus kontrolliertem Anbau). Wir suchen uns die schönsten, buntesten und interessantesten Steine aus und verlassen, vor Vorfreude fast platzend, mit 45 kg Lebendgestein, Life Sand und Bakterien zum animpfen den Laden.
Je höher der Turm wird, desto mehr vermissen Riffmörtel. Hätten wir ihn doch nur mitgenommen. Dann folgt der Life Sand - erstmal zwei Säcke. Und obwohl wir ihn ganz vorsichtig, becherweise auf den Grund geben, wird das Wasser unendlich trüb. Trübe Suppe. Aber irgendwann setzt sich das ja auch wieder.
Als sich dann der Sand setzt, wird klar, dass wir definitiv Riffmörtel brauchen und noch ein paar kleinere Steine. Zum Glück ist das Geschäft nicht weit. Nachdem diese Steine ebenfalls eingesetzt sind und der Sand sich gesetzt hat, ist das Riff fast fertig. Und mit Licht erstrahlt es und ist wunderschön.
Der Einsiedlerkrebs hat sein Revier schon in Besitz genommen. Obwohl kaum etwas in unserem Aquarium drin ist, ist es so spannend. Es gibt kleine Farne, Gräser, keine Ahnung was, aber sie sind hübsch.
Plötzlich entdeckt mein Monsieur eine kleine Schere. Tatsächlich haben wir noch einen zweiten Bewohner: ein kleiner Krebs wohnt in einem der Steine.
Es ist alles so spannend und aufregend und eins ist klar: Der Fernseher kann ab sofort aus bleiben.
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